Meine erste LovelyBooks-Leserunde – und was ich daraus gelernt habe
Neugierig war ich ja schon lange. Und diesen Sommer habe ich es endlich getan: mich bei LovelyBooks angemeldet und auch direkt meine erste Leserunde gestartet!
Ich hab nicht viel erwartet und ich hatte auch ein bisschen Bammel davor, aber zum Glück ist alles gut ausgegangen. Ein paar herzliche Rezensionen und vielleicht ein kleiner Reichweitenschub, das ist für eine Null-Euro-Werbeaktion immer ein netter Befund. Hier kommt ein kleiner Abriss der Leserunde zum Nachkochen und Inspirieren lassen.
Das Buch: Tote vergeben nicht
Unser klassischer Whodunnit und der Debütroman meines Mannes spielt in der Fantasywelt Talandor. Schon lange war es uns ein Anliegen, einmal einen Roman (oder am besten Dutzende) in dieser Welt spielen zu lassen, aber bisher fehltem dem Autory schlicht die Skills eine Geschichte auf Zuruf und nach den Vorgaben eines Dritten zu verfassen, die dann nicht in einen kaum verhohlenen Abklatsch von Seelenschulden abgleitet. *hüstel*Damit du nicht extra auf die Buchseite des Romans wechseln musst, hier kurz der Klappentext für dich:
„Früher oder später wirst du ernten, was du säst – und ich gieße hiermit die Saat.“
Als Horatio, ehemaliger Artefaktjäger und Weltenbummler, der Einladung eines Freundes nach Ferra folgt, ahnt er nicht, welche Herausforderungen die fortschrittlichste Stadt der bekannten Welt für ihn bereithält. Verwirrende Apparaturen, viel zu scharfes Essen, und dann wird auch noch der Arbeitgeber seines Freundes ermordet – der prompt die Ermittlungen übernimmt.
Schnell wird klar, dass fast jeder ein Motiv hat – sogar Horatios Freund selbst. Während der Kreis der Verdächtigen wächst, schwindet die Aussicht auf Aufklärung. Der Versuch, Wahrheit von Täuschung zu trennen, wird schon bald zum Wettlauf gegen die Zeit, denn die Reichen und Mächtigen Ferras brauchen um jeden Preis einen Sündenbock – egal, ob schuldig oder nicht, und Horatios Freund steckt viel tiefer in der Sache als er zugeben will.
Ein magisch-technologisches Krimiabenteuer voller Intrigen und Rätsel in einer Welt, in der Chaos und Ordnung gefährlich nah beieinander liegen.

Für meinen Mann war es ein Herzensprojekt, weil er als großer Fan von Agatha Christie, Columbo und Krimis im Allgemeinen schon lange davon träumte, seine eigenen Krimis in seiner eigenen Welt zu erzählen. Für mich war es ein Herzensprojekt, weil ich es endlich geschafft habe, ein Gemeinschaftprojekt ohne Star-Allüren und Ruckgezicke durchzuziehen. Vielleicht wird diese Frau ja doch langsam erwachsen? Man kann es nur hoffen.
Warum eine LovelyBooks-Runde?
Drei Gründe:
- Rezensionen – Ich würde gerne so tun, als hätte mich nichts anderes als die Meinung der Leser*innen zu unserem Roman interessiert, – versteh mich nicht falsch, die hat mich brennend interessiert! Aber am allermeisten habe ich auf Rezensionen gehofft, weil’s ohne im Selfpublishing leider nicht geht.
- Reichweite – Auch höhere Sichtbarkeit auf Plattformen, auf denen Leser:innen aktiv sind, ist unersetzlich für uns kleine, putzige Selfpubsies. Dazu war vor allem wichtig, sich überhaupt mal bei LovelyBooks anzumelden und meine bzw. unsere Bücher zu beanspruchen.
- Austausch – Die Möglichkeit, direkt mit Leser:innen ins Gespräch zu kommen, und aus erster Hand live Leuten beim Lesen mehr oder weniger über die Schulter zu gucken, ist geil! Ich überlege, ob man sowas nicht auch schon vor der Veröffentlichung tun kann und sollte.
Das war der Ablauf:
Ich habe die Leserunde am 23. Juli gestartet und wollte ursprünglich 10 E-Books verlosen. Die Zahl war insofern random, weil LovelyBooks empfiehlt zwischen 5 und 15 Büchern zu verlosen, also dachte ich mir, ich nehm die goldene Mitte.
Erst dachte ich auch, dass es gar keine 10 werden, doch am Schluss hatten sich 18 Personen beworben. Da ich niemanden ausschließen wollte – habe ich kurzerhand die Zahl der zu verlosenden E-Books auf 20 erhöht.
Alle durften mitlesen. 🥳
Ich dachte mir: Wenn ich schon Rezensionen möchte, dann soll auch jede*r, der dazu Lust hat, die Chance bekommen, sich eine Meinung zu bilden.
Ablauf und Struktur
Als Erstes musste ich dann die E-Books an die Leute verteilen. Dazu habe ich eine Liste mit E-Mail-Adressen von LovelyBooks bekommen (die ich inzwischen schon wieder datenschutzkonform gelöscht habe) und eine Rundmail mit .epub-Anhang versendet.
Weil ich keine Ahnung habe, wie man so eine Leserunde gestaltet, und auch nicht schlau genug war, mich im Vorfeld zu informieren oder einfach selbst an einer teilzunehmen, habe ich den Text nach Gefühl in drei ungefähr gleich große Abschnitte unterteilt und zu jedem dieser Abschnitte ein paar konkrete Fragen in einem Unterforum der Leserunde geteilt. Ganz entspannte und auch mal witzige Fragen, die zum Dialog anregen sollten. Untereinander haben sich die Teilnehmenden zwar nicht ausgetauscht, aber durchaus wertvolles Feedback an mich adressiert, das ist dann natürlich auch beantowrtet habe.
Ich hatte einen groben Zeitplan von drei Wochen, den aber bewusst locker gehalten, damit niemand Stress hat. Jede*r sollte im eigenen Tempo lesen.
Die erste Rezension kam schon am zweiten Tag. Jetzt, drei Wochen später, sind es acht. Mal sehen, was da ggf. noch kommt.
Eigentlich hätte es ein kleines Gewinnspiel für Printexemplare geben sollen … aber niemand hat sich explizit dafür beworben. 🙈
Ob ich nochmal nachfrage oder es einfach unter „Timing war blöd“ verbuche, weiß ich noch nicht.
Beteiligung & Rückmeldungen
Etwa 12 Teilnehmende waren aktiv dabei. Manche haben sehr regelmäßig gepostet, andere eher still mitgelesen – was völlig okay ist.
Highlights? Oh ja.
Einige Leser:innen waren richtig begeistert – und selbst die kritischen Stimmen haben unglaublich wertschätzend und konstruktiv geschrieben.
Ein echtes Geschenk. ✨
Überrascht war ich von einer Leserin, die total viel gepostet hat und durchweg positiv klang – und am Ende trotzdem nur 3 Sterne vergeben hat.
Aber hey: Jede Meinung zählt. Und Feedback ist Feedback. 💜
Rezensionen – das eigentliche Ziel
Aktuell habe ich 10 neue Rezensionen, und ich hoffe auf noch ein paar Spätzünder.
Das Feedback war grundsätzlich positiv, auch wenn nicht jede*r alles gefeiert hat. Aber das gehört dazu.
Viele haben gesagt, sie würden die Fortsetzung lesen – was mich natürlich riesig freut.
Was ich gelernt habe
📝 Ich würde beim nächsten Mal klarer kommunizieren, wie die Runde ablaufen soll und was ich mir wünsche.
Nicht als Regelkatalog – aber einfach, um Erwartungen abzugleichen.
✅ Wiederholen? Auf jeden Fall.
Die Runde war super erkenntnisreich, hat Spaß gemacht – und ja, Rezensionen sind das Lebenselixier der Selfpublishing-Welt.
Und Tote vergeben nicht hatte vorher genau null davon. Jetzt hat es eine Chance.
Wie geht’s weiter?
Ich plane auf jeden Fall weitere Leserunden.
Zuerst für die Fortsetzung, dann vielleicht auch für meine Romance-Titel und die Sapphic Romantasy.
Ob ich auch für meine alte Seelenbande-Reihe noch eine Runde mache, weiß ich nicht. Das fühlt sich irgendwie zu nah, zu groß und zu verletzlich an – zumindest im Moment. Vielleicht später.
Mein Fazit: Leserunden sind ein wunderbarer Weg, mit Leser:innen in Kontakt zu treten, Feedback zu bekommen und die Sichtbarkeit zu erhöhen.
Ich kann’s nur empfehlen – auch (oder gerade) beim ersten Mal.
Wenn du Fragen zu LovelyBooks, Leserunden oder Selfpublishing hast – schreib mir!
Und wenn du Tote vergeben nicht selbst lesen willst, findest du’s hier bei Amazon. 🕵🏻♀️💜
Bild: olga volkovitskaia auf Pixabay