„Freunde sind wie Bohnen, sie sprechen hinten.“

So stand es vor vielen Jahren mal in einem Glückskeks, den Alex in unserem bevorzugten China-Restaurant geschenkt bekommen hatte. Bis heute ist uns diese mysteriöse Botschaft im Gedächtnis geblieben, denn was uns der Texter damit sagen wollte, hat sich uns nie erschlossen. Ist aber eine schöne Überschrift, oder?

Inzwischen enthalten die Glückskekse, die man bei uns kaufen kann, in der Regel weitaus weniger unterhaltsame Sprüche, wie „Geduld ist eine Tugend.“, „Ehrlich währt am längsten.“, oder „Sie sollten mal wieder ausschlafen.“

„Sie sollten mal wieder ausschlafen. “

Guter Tipp, danke Glückskeks. Du bist ein wahrer Freund. Ich habe mich da auch prompt dran gehalten und wie immer wenn ich das tue, eine Reihe faszinierender Träume gehabt. Unter anderem träumte ich, dass ich in ein Antiquariat ging, um mir eine gebrauchte Ausgabe des Handbuchs für Autoren zu kaufen. Denn: „Ohne geht es nicht“, findet das Literaturcafé. In meinem Traum fand ich das auch, war aber wie immer zu knickerig, um mir die aktuellste Ausgabe zu leisten, also bot mir die Antiquarin (nachdem sie argwöhnisch mein Painkiller-T-Shirt gemustert hatte) eine Ausgabe von 1996 zum Supersonderpreis von 1,99 Euro an.

Ich rechnete nach, dass ich in diesem Buch zu fast dreißig Jahren Literaturbetrieb – und zwar den aktuellsten dreißig Jahren – nichts würde finden können. Aber es war so schön billig. Also habe ich es – natürlich – gekauft, ebenso wie eine leicht zerfledderte Ausgabe einer chinesischen Adaption von Tove Jansons Mumins für 2,80 Euro. Hey, man lebt nur einmal.

Der Verstand in der Socke.

Danach träumte ich dann, dass ich meinen Schwiegervater von der Turnhalle abholte (was auch immer ihn dorthin verschlagen hat) und ihm attestierte, dass er „mehr Verstand in seinen Socken [hätte], als manche Männer in ihrem Kopf.“
Was mich zu dieser trauminternen Aussage bewegt hat, bleibt wohl ein Geheimnis meines Unterbewusstseins, aber es erinnerte mich an die Tatsache, wie viele wirklich tolle Menschen es in meinem Leben gibt.

Und da man sich am Jahresende gern darauf besinnt, wofür man dankbar ist und sein sollte, sage ich an dieser Stelle ganz herzlich Danke an all diese wundervollen Menschen, von denen die meisten regelmäßig vollkommen freiwillig ihre Stunden mit mir verbringen, und sei es nur am Telefon oder im Internet: Danke, ihr seid die Besten.

Foto: Zitronenjette, Hamburg