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100 Drabbles in 100 Tagen – 62: Rainbow In The Dark

„Manchmal ist die Schranktür fest zu und rauszukommen scheint unmöglich. Wann du den Mut dazu findest, entschiedest du selbst, aber sei versichert: Du bist gut so, wie du bist. Es stimmt alles mit dir, nichts an dir ist falsch. Egal, was andere denken oder sagen, dein Herz ist groß und deine Seele wunderschön.“ – Wer auch immer das gerade hören – oder lesen – musste: Es ist die Wahrheit. Könnte daher bitte jemand nach 2002 reisen und das meinem 20-jährigen Ich mitteilen? Ich sag schon mal Danke im Voraus!

Ein Drabble – zumindest nach der gängigen Definition – ist exakt einhundert Wörter lang. Wie tief es ist, hängt vom Wechselspiel aus Verfasser:in und Leser:in ab. Aber da hab ich vollstes Vertrauen in dich.


„Ich mag-mag dich“, stotterte sie. Kopfschüttelnd hob sie die Hand. „Neuer Versuch.“ Ein tiefer Atemzug, Augen auf, den Blick direkt auf sie gerichtet: „Ich mag dich. Nicht nur als-als-als …“ Sie brach ab, fuhr sich übers Gesicht. Mist. Warum war das so schwer? Mit bebender Brust starrte sie nur und brachte endgültig keinen Ton mehr heraus. Das Funkeln in ihren Augen, das sanfte Lächeln, erwartungsvoll und freundlich, vielleicht sogar liebevoll, paralysierte sie. Ob sie ihre Gefühle erwiderte? Nein, unmöglich. Sie riss das Foto vom Spiegel und rannte zurück in ihr Schlafzimmer. Eines Tages würde sie es ihr sagen. Eines Tages.

Bild: Manfred Zajac auf Pixabay

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