Capwned! – Ein ganz normaler Morgen
Capwned! – Ein ganz normaler Morgen

Capwned! – Ein ganz normaler Morgen

Eines der Bücher, an denen ich zur Zeit arbeite, hat den Arbeitstitel Capwned! und erzählt die Geschichte einer Indie-Wrestlerin und Programmiererin aus München. Jolene möchte endlich ihren großen Traum verwirklichen – einmal vor der Kamera ihrer kleinen Indie-Liga zu stehen, statt immer nur im Technikraum zu sitzen. Als dieser Traum droht, endgültig zu zerplatzen, riskiert sie alles – ihren Job, die Beziehung zu ihrer Familie und sogar das zarte Liebesglück, das gerade zwischen ihr und ihrem Schwarm Michelle erblüht. Ob und in welcher Form ich diese Geschichte veröffentliche, weiß ich noch nicht, aber hier ist die aktuell erste Szene. Viel Spaß!


„Abgabetermin verpasst!“ Deadline Man packte sie um die Hüfte und schickte Jolene mit einem Pile Driver zu Boden.

Benommen rollte sie sich zur Seite.

„Versionsänderungen nicht mit der Baseline-Programmierung kompatibel!“ Mit einem waghalsigen Frog Splash stürzte sich Code Girl vom obersten Ringseil auf sie.

Jolene wollte austappen, doch der Ringrichter war in eine Diskussion mit Don CEOnetti verwickelt, der ihn mit der Datenschutzgrundverordnung verprügelte.

„Das ist dein Ende, Jolene Parker.“ Der Elbow Drop von Code Girl trieb ihr die Luft aus den Lungen. „Jetzt stirbst du.“

Die Welt wurde dunkel. In Zeitlupe drehten sich der Ring, das johlende Publikum, der abgelenkte Ringrichter und ihre ewigen Erzfeinde um sie.

Das Ende. Jolene schloss die Augen.

„Stirb nicht.“ Eine feste Hand fasste ihre und zog sie aus der Finsternis in das Licht.

Strahlend helles Licht, das alles um sie herum einnahm.

„Onkel Rick?“

Richards Lächeln überstrahlte selbst den Himmel um sie herum. „Ich glaube an dich, Jolene, du kannst das schaffen!“

Tränen traten ihr in die Augen. „Leichter gesagt als getan!“

Er fasste sie sanft bei den Schultern. „Solange du lebst, gibt es einen Weg. Du musst nur …“ Sein Gesicht zersprang, als wäre es eine Reflexion in einem Spiegel.

„… aufwachen!“, brüllte Jeffrey.

Blinzelnd öffnete Jolene die Augen. Ihr Bruder stand über sie gebeugt und schüttelte sie grob, während ihr von rechts Dragonforce ins Ohr schrammelte.

„Okay, okay, ich bin wach, ich bin wach.“ Sie tastete nach ihrem Handy und schaltete den Wecker aus.

„Diese Musik kann Tote erwecken, aber dich offenbar nicht.“ Jeffrey rieb sich über das müde Gesicht. „Du könntest gelegentlich Rücksicht darauf nehmen, dass manche Menschen erst um 10 Uhr Vorlesung haben!“ Er kroch von ihrem Bettrand und stapfte zurück in sein Zimmer.

„Entschuldigung!“, rief Jolene ihm halbherzig nach, schlug die Decke zurück und stand auf.

„Was für ein Traum.“ Verschlafen bürstete sie ihre Haare und fasste sie zu einem Zopf zusammen. „Vielleicht sollte ich mir keine Fan-Edits von Backstroke of the Zombierats mehr vor dem Schlafengehen ansehen.“

Bild: Michael Siebert von Pixabay